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Vielleicht kennst du Menschen in deiner Nähe, die sich selber nur aus einer gewissen Ferne ansehen dürfen, um sich überhaupt erträglich oder anziehend und kraftgebend zu finden; die Selbsterkenntnis ist ihnen zu widerrathen. (Friedrich Nietzsche)



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Letzte Änderung: 14.10.2016 um 12:34
Copyright © (2017):

Narben

(Frank Ohmann)

Ich streichle zärtlich meine Narben,
Sind für meine Räder Naben,
Fahr auf ihnen in die Welt.

Erzählen vergangene Geschichten,
Von Schmerz mit viel Gesichtern,
Durchgestanden, durchgequält.

Von enttäuschter Liebe,
Lebens ausgeteilte Hiebe,
Verzweiflung auch und Bitterkeit.

Wut und Trauer tief verborgen,
Gab es gestern für mich kein morgen,
Keine Richtung, keine Hoffnung.

Gestorben bin ich aber doch nicht,
Geholfen hat das kleine Licht,
Dessen Funke damals gezündet.

Ging viel herauf und auch herunter
Licht scheint immer bunter,
Kräftiger und nährender.

Heute kann ich gar nicht fassen,
Was mich so hat wachsen lassen,
War sicher nicht mein Wille.

Auch starke Bäume zeigen Narben,
Mussten in ihrer Jugend darben,
Zeigen sie mit Stolz.


In Erinnerung an Frank Ohmann (1966-2004), lieber Kollege und Freund