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Ein wahrer Atheist ist ein Mensch, dem es sogar gelingt, das Wort "Hoffnung" aus seinem Vokabular zu streichen - selbst und gerade in Extrem- oder "Grenzsituationen", wie Karl Japsers sie so schön beschrieb. Mir ist ein solcher Mensch noch nicht begegnet, selbst nicht bei den stoischsten Stoikern; es scheint fast so, als sei der Mensch nicht nur zur Freiheit verdammt (so der Feingeist der Existentialisten), sondern auch zum Glauben, auch wenn es sich dabei nur um den Glauben an ein gutes Ende handelt, ohne diesen wir freilich nicht in der Verfassung wären, das Leben zu ertragen - manchmal so weitgehend, dass einige Menschen aus diesem Glauben (vor allem in seiner Verkleidung als Gewissheit) eine eigene Welt konstruieren, in der sie der unangefochtende und unbesiegbare Protagonist sein können. (Norbert Schultheis)



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Der Panther

(Rainer Maria Rilke)

Rubrik: Gedichte

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf. – Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.