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Erkenntnismomente durch die Vernunft, die nicht von einer Emotion getragen werden, sind bedeutungslos, weil sich eben jene Bedeutung in der Emotion ausdrückt. Der depressive Selbstmörder beispielsweise weiß vor seiner Tat oft auch, dass er seinen Freunden und Verwandten damit einen Schmerz zufügen wird, auch kann er diesem einen höheren Grad einräumen als den eigenen Schmerz, der ihn zu seinem Vorhaben antreibt, aber seine Depression nimmt ihm die sonst damit verbundene Emotion, diesen Überlegungen Gewicht zu verleihen. (Norbert Schultheis)



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Letzte Änderung: 14.10.2016 um 12:34
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Was ist Reichtum?

(Norbert Schultheis)

Reichtum ist (für mich)...
  • die wirtschaftliche Situation einer Person oder Gruppe, in der die Summe verfügbarer Güter und Werte den zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse notwendigen Bedarf wesentlich übersteigt. (Meyers Lexikonverlag)
  • das Überschreiten jenes Maßes von einer verfügbaren Gegebenheit (z.B. innere und Sachwerte, Mittel, Besitztümer etc.), ab dem allein die reine Quantität dieser als neue, eigenständige Qualität positiv bewertet und erlebt wird. (Norbert Schultheis, geb. 1973, Webentwickler und Philosoph)
  • mehr zu besitzen, als es ein durchschnittlicher Bürger mit einem durchschnittlichem Gehalt und Leben jemals zusammensparen kann. Alles, was nicht auf Besitz bezogen ist, ist lediglich metaphorisch oder liguistisch. Ich lehne es ab, jemanden, der arm aber glücklich ist, als reich zu bezeichnen. Nicht, weil ich das schlecht finde, sondern weil Definitionen von Dingen die Kirche im Dorf lassen sollten. (Peter Dobrovka, geb. 1968, Neurochirug, Autor und Programmierer)
  • zelebrierter Wohlstand. (Nick Schreger, geb. 1972, Fotograf und Musiker)
  • alle Wahrheiten zu kennen. (Reinhard Schultheis, geb. 1968, Tierfreund und Schildkrötenzüchter)
  • mich frei und wohl in meiner eigenen Persönlichkeit zu fühlen. (Nino Schultheis, geb. 1980, graduierte Germanistin und Jurastudentin)
  • meine Familie, denn sie allein bereichert mein Leben. (Revaz Kavelashvili, geb. 1952, georgischer Familienvater und Weinbauer)
  • die volle Entwicklung und darum die Gesundheit des Menschen, der produktiv und echt an der Welt interessiert ist. (Karl Marx, 1818-1883, Philosoph, Ökonom und Gesellschaftstheoretiker)
  • nichts, was die Menschheit weiterbringen kann, nicht einmal alle Reichtümer der Welt, auch nicht in der Hand eines dem Ziele noch so ergebenen Menschen. Nur das Beispiel großer und reiner Persönlichkeit kann zu edlen Auffassungen und Taten führen. Das Geld zieht nur Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Mißbrauch. (Albert Einstein, 1879-1955, theoretischer Physiker und Nobelpreisträger)
  • der Weg zum Egoismus, man braucht ja nur zu beobachten, wie kalt und schwierig die menschlichen Beziehungen gerade in den reichsten und entwickeltsten Städten sind. (Luciano De Crescenzo, geb. 1928, italienischer Schriftsteller und Filmregisseur)
  • nur ein seelischer Zustand: Einer kann sich auch dann reich fühlen, wenn er nicht viel Geld hat – entscheidend ist, dass er weniger ausgibt als er verdient, und dass er keine Bedürfnisse hat. (Antonio Capone [nach Luciano De Crescenzo], ehem. italienischer Rennsportfahrer, Automechaniker und Intellektueller)
  • ein Wort für Überfluß. Mithin ist, wer entbehrt, nicht reich, und wer nicht entbehrt, nicht arm (Demokrit aus Abdera, 460 oder 459 v. Chr. – vermutlich 371 v. Chr., antiker griechischer Philosoph)
  • (als größter von allem) die Unabhängigkeit von allem Äußeren. Armut ist, wenn sie am Endziel der Natur gemessen wird, großer Reichtum; Reichtum, der keine Grenzen hat, ist große Armut. [...] Wenn du jemanden reich machen willst, gib ihm nicht mehr Geld, sondern nimm ihm von seiner Begierde. (Epikur, um 341 v. Chr. bis 271 oder 270 v. Chr., griechischer Philosoph)
  • „productum“: etwas, das man vorzieht – nichts Entscheidenes, aber auch kein Verbrechen. (Seneca [nach Alain de Bottom], etwa 1 n. Chr. – 65 n. Chr., römischer Philosoph, Schriftsteller und Politiker)
  • Gefahr. – Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist der Besitz gemeingefährlich. Der Besitzende nämlich, der von der freien Zeit, welche der Besitz ihm gewähren könnte, keinen Gebrauch zu machen versteht, wird immer fortfahren, nach Besitz zu streben: dieses Streben wird seine Unterhaltung, seine Kriegslist im Kampf mit der Langeweile sein. So entsteht zuletzt, aus mäßigem Besitz, welcher dem Geistigen genügen würde, der eigentliche Reichtum: und zwar als das gleißende Ergebnis geistiger Unselbständigkeit und Armut. (Friedrich Nietzsche, 1844-2000, deutscher klassischer Philologe und Philosoph)
  • (wenn er ungeheuer ist) etwas Nützliches. Er gewährt uns nämlich nahezu alle Mittel zur Sicherung unseres Lebens. Auch mittelmäßiger Reichtum reicht schon hierfür hin; denn er erwirbt Freundschaften; Freundschaften aber dienen zur Lebenssicherung. Wer aber seinen Reichtum dazu nicht verwendet, trägt Haß und Neid ein. Reichtum ist also insofern ein scheinbares Gut. (Thomas Hobbes, 1588-1679, englischer Staatstheoretiker und Philosoph)
  • das Gute; er geht auf allgemeinen Genuß, gibt sich preis und verschafft allen das Bewußtsein ihres Selbsts. Er ist an sich allgemeines Wohltun; wenn er irgendeine Wohltat versagt und nicht jedem Bedürfnisse gefällig ist, so ist dies eine Zufälligkeit, welche seinem allgemeinen notwendigen Wesen, sich allen Einzelnen mitzuteilen und tausendhändiger Geber zu sein, keinen Eintrag tut. (Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1770-1831, deutscher Philosoph)