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Wie viel einer Glauben nöthig hat, um zu gedeihen, wie viel "Festes", an dem er nicht gerüttelt haben will, weil er sich daran hält, - ist ein Gradmesser seiner Kraft (oder, deutlicher geredet, seiner Schwäche). (Friedrich Nietzsche)



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Tod und Leben

(Detlef Fetchenhauer)

Rubrik: Von Freunden

Vor dem gleichnamigen Gemälde von Gustav Klimt: Gustav Klimt
Wenn ich lebe, wirklich lebe,
ist dieses Leben immer Leiden,
und nur in diesem Leiden ist es mehr
als bloßer Schein.

Nur wenn dem Tod ich in die Augen sehe,
spüre ich des Lebens Schönheit,
kann ich bei mir und kann ich ohne Ängste sein.

Die Angst, sie treibt mich fort vom Dasein
und lässt mich sterben vor der Zeit.

Nur wenn den Tod zum Freund ich nehme,
kann ich leben
und bin zur Liebe ich bereit.
Text aus: Der weite Weg – Gedichte zwischen Streicheln und Kratzen (Detlef Fetchenhauer, 2016)

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors, alle Rechte verbleiben bei diesem.