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Ein wahrer Atheist ist ein Mensch, dem es sogar gelingt, das Wort "Hoffnung" aus seinem Vokabular zu streichen - selbst und gerade in Extrem- oder "Grenzsituationen", wie Karl Japsers sie so schön beschrieb. Mir ist ein solcher Mensch noch nicht begegnet, selbst nicht bei den stoischsten Stoikern; es scheint fast so, als sei der Mensch nicht nur zur Freiheit verdammt (so der Feingeist der Existentialisten), sondern auch zum Glauben, auch wenn es sich dabei nur um den Glauben an ein gutes Ende handelt, ohne diesen wir freilich nicht in der Verfassung wären, das Leben zu ertragen - manchmal so weitgehend, dass einige Menschen aus diesem Glauben (vor allem in seiner Verkleidung als Gewissheit) eine eigene Welt konstruieren, in der sie der unangefochtende und unbesiegbare Protagonist sein können. (Norbert Schultheis)



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Tod und Leben

(Detlef Fetchenhauer)

Rubrik: Von Freunden

Vor dem gleichnamigen Gemälde von Gustav Klimt: Gustav Klimt
Wenn ich lebe, wirklich lebe,
ist dieses Leben immer Leiden,
und nur in diesem Leiden ist es mehr
als bloßer Schein.

Nur wenn dem Tod ich in die Augen sehe,
spüre ich des Lebens Schönheit,
kann ich bei mir und kann ich ohne Ängste sein.

Die Angst, sie treibt mich fort vom Dasein
und lässt mich sterben vor der Zeit.

Nur wenn den Tod zum Freund ich nehme,
kann ich leben
und bin zur Liebe ich bereit.
Text aus: Der weite Weg – Gedichte zwischen Streicheln und Kratzen (Detlef Fetchenhauer, 2016)

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors, alle Rechte verbleiben bei diesem.