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Die eigene Tiefe, also die Tiefe der eigenen Gedanken ist wie ein Brunnen, über den man sitzt, aus dem man schöpft, der einen nährt. Nur man selbst erkennt durch die ideale Perspektive die vermeintliche Tiefe und verurteilt diejenigen, welche aufgrund flacherer Betrachtungswinkel nur die Brunnenwände, jedoch nicht den Grund sehen können. Und darüber wird all zu leicht vergessen, dass diese Anderen über ihre eigenen Brunnen sitzen, die wohl möglich noch viel tiefer sind, dafür vielleicht ein weniger prachtvolles Mauerwerk besitzen. (Norbert Schultheis)



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Letzte Änderung: 14.10.2016 um 12:34
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Götzen-Dämmerung

(Friedrich Nietzsche)

Eine Sammlung der Aphorismen aus Nietzsches Werk „Götzen-Dämmerung oder: Wie man mit dem Hammer philosophiert“ von 1889, die mich berührten oder in denen ich zumindest ein Stück „meiner“ Wahrheit finden konnte:
  • Man muss es nötig haben, stark zu sein: sonst wird man's nie.
  • Unsre Universitäten sind, wider Willen, die eigentlichen Treibhäuser für diese Art Instinkt-Verkümmerung des Geistes.
  • Es zahlt sich teuer, zur Macht zu kommen: die Macht verdummt ...
  • Die Vorstellungen, welche ein gewisses Befinden erzeugte, wurden als Ursachen desselben missverstanden.
  • Wo gekämpft wird, kämpft man um Macht.
  • Es gibt Fälle, wo wir Pferde sind, wir Psychologen, und in Unruhe geraten: wir sehen unsern eigenen Schatten vor uns auf- und nierderschwanken. Der Psychologe muss von sich absehn, um überhaupt zu sehn.
  • Die Kirche und die Moral sagen: »ein Geschlecht, ein Volk wird durch Laster und Luxus zugrunde gerichtet«. Meine wiederhergestellte Vernunft sagt: wenn ein Volk zugrunde geht, physiologisch degeneriert, so folgen daraus Laster und Luxus (das heißt das Bedürfnis nach immer stärkeren und häufigeren Reizen, wie sie jede erschöpfte Natur kennt).
  • Jeder Fehler in jedem Sinne ist die Folge von Instinkt-Entartung, von Disgregation des Willens: man definiert beinahe damit das Schlechte. Alles Gute ist Instinkt – und folglich leicht, notwendig, frei.
  • Man müsste eine Stellung außerhalb des Lebens haben, und andrerseits es so gut kennen, wie einer, wie viele, wie alle, die es gelebt haben, um das Problem vom Wert des Lebens überhaupt anrühren zu dürfen: Gründe genug, um zu begreifen, dass dies Problem ein für uns unzugängliches Problem ist.
  • Alle Ungeistigkeit, alle Gemeinheit beruht auf dem Unvermögen, einem Reize Widerstand zu leisten – man muss reagieren, man folgt jedem Impulse. In vielen Fällen ist ein solches Müssen bereits Krankhaftigkeit, Niedergang, Symptom der Erschöpfung, – fast alles, was die unphilosophische Rohheit mit dem Namen »Laster« bezeichnet, ist bloß jenes physiologische Unvermögen, nicht zu reagieren.
  • In Formel ausgedrückt dürfte man sagen: alle Mittel, wodurch bisher die Menschheit moralisch gemacht werden sollte, waren von Grund aus unmoralisch.
  • Man erholt sich in seiner wilden Natur am besten von seiner Unnatur, von seiner Geistigkeit ...
  • Das moralische Urteil hat das mit dem religiösen gemein, dass es an Realitäten glaubt, die keine sind. Moral ist nur eine Ausdeutung gewisser Phänomene, bestimmter geredet, eine Missdeutung.
  • Was? du suchst? du möchtest dich verzehnfachen, verhundertfachen? du suchst Anhänger? – Suche Nullen! -
  • Der getretene Wurm krümmt sich. So ist er klug. Er verringert damit die Wahrscheinlichkeit, von Neuem getreten zu werden. In der Sprache der Moral: Demut -
  • Statt naiv zu sagen »ich bin nichts mehr wert«, sagt die Moral-Lüge im Munde des décadent: »Nichts ist etwas wert, – das Leben ist nichts wert«.
  • Ich will, ein für allemal, vieles NICHT wissen. – Die Weisheit zieht auch der Erkenntnis Grenzen.
  • Wenn das Weib männliche Tugenden hat, so ist es zum Davonlaufen; und wenn es keine männlichen Tugenden hat, so läuft es selbst davon.
  • Eine höhere Art Mensch, mit Verlaub gesagt, liebt nicht »Berufe«, genau deshalb, weil sie sich berufen weiß ... Sie hat Zeit, sie nimmt sich Zeit, sie denkt gar nicht daran »fertig« zu werden.
  • Das Leben ist zu Ende, wo das »Reich Gottes« anfängt ...
  • Man ist im Zustand zu hoffen, weil das physiologische Grundgefühl wieder stark und reich ist; man vertraut Gott, weil das Gefühl der Fülle und Stärke einem Ruhe gibt.
  • Das grellste Tageslicht, die Vernünftigkeit um jeden Preis, das Leben hell, kalt, vorsichtig, bewusst, ohne Instinkt, im Widerstand gegen Instinkte war selbst nur eine Krankheit, eine andre Krankheit – und durchaus kein Rückweg zur »Tugend«, zur »Gesundheit«, zum Glück ...
  • Aus der Kriegsschule des Lebens. – Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.
  • Wer seinen Willen nicht in die Dinge zu legen weiß, der legt wenigstens einen Sinn noch hinein: das heißt, er glaubt, dass ein Wille bereits darin sei (Prinzip des »Glaubens«).
  • Aber damit wird Heraklit ewig recht behalten, dass das Sein eine leere Fiktion ist. Die »scheinbare« Welt ist die Einzige: die »wahre Welt« ist nur hinzugelogen ...
  • Wie? ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen? -