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Aber damit wird Heraklit ewig recht behalten, dass das Sein eine leere Fiktion ist. Die »scheinbare« Welt ist die Einzige: die »wahre Welt« ist nur hinzugelogen ... (Friedrich Nietzsche)



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Der Wunsch des Medizinmannes

(Norbert Schultheis)

Rubrik: Humor

oellampe.jpgNach der erfolglosen Jagd nach einer Wildkatze pausieren drei Schwarzafrikaner erschöpft im Busch und geben ihrer Enttäuschung freien Lauf, indem sie Steine scheinbar sinnlos in zufällige Richtungen schleudern. Ein metallischer Klang befreit sie aus ihrem Trübsinn, und sie erkundschaften die Herkunft des Geräusches. Eine antike Öllampe zeigt sich für das abrupte Ende des Freiflugs des Steins verantwortlich.
Verwirrt über den Fund bringen die Eingeborenen die Öllampe dem Häuptling, der diesem Gegenstand jedoch auch keine Funktion beimessen kann.
Der weiseste Mann des Stammes, der Medizinmann, wird nun konsultiert, um das Geheimnis des seltsamen Objekts zu lüften. Seine komplette Unwissenheit darüber geschickt verbergend, streichelt der alte Mann die Lampe liebevoll, als hätte er ein kleines Kätzchen im Schoß.
Unmittelbar und völlig unerwartet erscheint ein Geist aus der Öllampe, der aus Dankbarkeit über seine Befreiung aus seiner jahrhundertlangen Isolation jeden einzelnen der Eingebornen einen Wunsch erfüllen möchte. So versammelt sich der komplette Stamm um den Dschinn, dessen helle Hautfarbe die Dunkelhäutigen noch niemals zuvor an einem Menschen gesehen haben.
Dem Häuptling gebührt der erste Wunsch, so fragt der Dschinn ihn: „Was für einen Wunsch hast du denn?“
„Ich möchte gerne so weiß sein wie du!“ lautet die prompte Antwort.
Gesagt getan, der Häuptling ist weiß.
Dann fragt er den zweiten: „Was hast du denn für einen Wunsch?“
„Ich will auch weiß sein!“ sagt dieser enthusiastisch und von der Veränderung seines Anführers völlig überwältigt.
Der Flaschengeist schnippt mit dem Finger und auch er ist weiß.
Danach fragt er den dritten: „Wie lautet denn dein Wunsch?“
„Auch ich will so weiß sein wie meine Freunde dort!“ erwidert dieser ungeduldig und zeigt dabei auf jene just Verwandelten.
Auch hier reicht ein Fingerschnippen des Geistes für die Erfüllung des Wunsches.
Das Ganze geht so weiter, und als er beim letzten, dem Medizinmann ankommt, fragt er diesen: „Willst du auch weiß sein wie alle anderen?“
„Nein!“ sagt der, „Ich will, dass alle wieder schwarz sind!“